Prävention
Noch kennt die Forschung die Ursachen von Demenz nicht wirklich. Doch wir können einiges dafür tun, um das Risiko einer Erkrankung zu senken.
Von Martin Mühlegg und Zeitenspiegel Reportagen
Aktualisiert am 23. März 2026
FAQ 1: Kann man Demenz vorbeugen?
Die genauen Ursachen von Demenz sind noch nicht vollständig geklärt. Dennoch zeigen Studien, dass ein gesunder Lebensstil das Risiko senken kann. Bewegung, geistige Aktivität, soziale Kontakte und eine ausgewogene Ernährung unterstützen die Gesundheit des Gehirns.
FAQ 2: Welche Faktoren erhöhen das Demenzrisiko?
Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen höheres Alter, Bewegungsmangel, Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes. Auch Depression, soziale Isolation oder Hörprobleme können das Risiko für eine Demenzerkrankung erhöhen.
FAQ 3: Was kann ich selbst zur Prävention tun?
Regelmässige Bewegung, gesunde Ernährung und geistige Aktivität stärken das Gehirn. Auch soziale Kontakte, ausreichend Schlaf und der Verzicht auf Rauchen tragen dazu bei, das Risiko für Demenz im Alter zu verringern.
Die meisten Krankheiten sind nicht angeboren, sondern treten erst im Laufe des Lebens auf. Verschiedene Faktoren begünstigen oder verhindern Erkrankungen. Die Präventivmedizin befasst sich mit den Faktoren, die das Risiko einer Erkrankung senken. Was Demenz verursacht, ist noch nicht klar. Bei allen Formen sterben Nervenzellen ab. Die Gründe dafür sind vielfältig und je nach Demenzform verschieden. Das macht es schwierig, wirksame Medikamente und Präventionsstrategien zu entwickeln. Doch obwohl die Ursachen nicht geklärt sind, konnten Forscher:innen bereits wichtige Zusammenhänge erkennen.
»Die Peer-to-Peer-Videos der demenzworld sind äußerst wertvoll. Ich verwende sie in meinem Demenz-Modul, da sie die Perspektive von Menschen mit Demenz veranschaulichen und ein differenzierteres Bild vermitteln.«
Prof. Dr. Anne Roll, Hochschule Bochum
Jetzt spendenArten der Prävention
In der Medizin unterscheidet man zwischen vier Arten von Prävention. Ausschlaggebend ist dabei, in welcher Phase einer drohenden Erkrankung die Massnahmen und Aktivitäten im Rahmen der Prävention ansetzen.
- Die primäre Prävention zielt darauf ab, die Entstehung von bestimmten Erkrankungen im Ansatz zu verhindern. Viele weit verbreitete Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Arthrose oder psychische Störungen wie Depression können durch eine gesunde Lebensweise verzögert, abgeschwächt oder ganz verhindert werden. Entscheidend dabei ist die Verringerung der sogenannten Risikofaktoren, welche die Wahrscheinlichkeit des Auftretens bestimmter Krankheiten massgeblich erhöhen. Dazu zählen beispielsweise Übergewicht, Stress, Alkoholkonsum, einseitige Ernährung und Bewegungsmangel.
- Die sekundäre Prävention zielt darauf ab, bereits bestehende Erkrankungen so früh wie möglich zu erkennen. Hierzu zählen die so genannten Vorsorgeuntersuchungen, in denen ein Arzt die Patienten beispielsweise im Hinblick auf beginnende Erkrankungen wie Krebs, Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen untersucht.
- Die tertiäre Prävention zielt darauf ab, eine Verschlimmerung der Erkrankung zu verhindern, die Folgen von bestehenden Krankheiten zu mildern oder im Falle einer Genesung einen Rückfall zu vermeiden. Dazu zählt beispielsweise eine Physio-Therapie, eine Kur oder die Rauchentwöhnung nach einem Herzinfarkt, um einen weiteren Infarkt zu vermeiden.
- Bei der quartären Prävention geht es um die Vermeidung von zu vielen medizinischen Massnahmen. Nicht zwingende Behandlungen oder die chronische Einnahme von Medikamenten können unserer Gesundheit schaden. Patienten und Ärzte sollten vor der Behandlung jeweils Nutzen und Schaden abwägen.
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an Demenz zu erkranken. Im Hinblick auf die Erkrankung kennt man aber mittlerweile Maßnahmen in allen drei oben genannten Arten der Prävention. So weiß man mittlerweile, dass Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhtes Cholesterin, Diabetes und Rauchen die Blutgefäße im Gehirn belasten. Sie erhöhen damit nachweislich den Risikofaktor für eine Demenzerkrankung im Alter.
Das sind die Risikofaktoren für eine Demenzerkrankung
- Alter
- geistige Inaktivität
- Hörprobleme
- Hirntrauma Alkoholmissbrauch
- Übergewicht
- Bluthochdruck
- Rauchen
- Depression
- soziale Isolation
- Bewegungsmangel
- Luftverschmutzung
- Diabetes
Damit senkst du das Risiko, an einer Demenz zu erkranken
- Bewege dich regelmäßig, treibe Sport
- Bleibe offen und lerne immer wieder etwas Neues
- Ernähre dich gesund, vermeide Übergewicht
- Nehme am sozialen Leben teil, pflege Freundschaften
- Konsultiere bei depressiven Verstimmungen, Hirnerschütterungen, Kreislaufproblemen oder Hörschwächen einen Arzt
- Verzichte aufs Rauchen und konsumiere Alkohol moderat
Diese Ernährung ist gut für deinen Geist
- Täglich Obst, Gemüse und Kräuter, möglichst frisch und in Bio-Qualität
- Sorgen Sie für Abwechslung
- Verwende Öle mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie Raps- oder Olivenöl
- Diese Lebensmittel haben einen positiven Einfluss: Beeren (speziell Blaubeeren), Fisch, Bohnen, Blattgemüse, Brokkoli, Kaffee, Leinsamen, Nüsse, Pilze, Quinoa, Süßkartoffeln, Vollkorngetreide, Tee, Avocado
- Folgende Gewürze haben einen positiven Einfluss: Kurkuma, Zimt, Nelken, Majoran, Piment, Safran, Muskat.
Links und Literatur zu Prävention und Demenz
> Gerald Hüther, Raus aus der Demenzfalle, Arkana. 2017
> Klaus Hurrelmann, Referenzwerk Prävention und Gesundheitsförderung, Hogrefe, 2018
> Hier geht’s zur Broschüre (pdf) »Demenz vorbeugen« von Alzheimer Schweiz
»demenzworld ist die größte und informativste Plattform, die es im Bereich Demenz gibt. Sie gibt Antworten auf alle Fragen zur Demenz. Sie ermöglicht, Wissen zu vertiefen und in Fallbeispielen praktisch zu erfahren.«
Marlis Lamers, Akademische Palliativexpertin
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